Bonsai gestalten

Bonsai gestalten – Wie geht das?

Bonsai Bäume sind eigentlich normale Bäume die durch bestimmte Techniken, wie regelmäßiges Schneiden und Verdrahten, in Miniaturgröße gehalten werden. Wenn man einen Bonsai gestalten möchte, benutzt man verschiedene Techniken. In unserem Shop finden Sie alles, was Sie für Ihren speziellen Bonsai brauchen, damit er gesund und schön wächst.

Wer nicht genau weiß, wie er seinen Bonsai gestalten soll, der findet in Fachzeitschriften viele Inspirationen.


 

Der Schnitt

Die wichtigste Maßnahme, wenn man einen gesunden und schönen Bonsai gestalten möchte, ist der Schnitt. Man unterschiedet zwischen dem Erhaltungsschnitt und dem Grundschnitt, indem die eigentliche Form des Baumes festgelegt wird.

Bäume streben immer nach Apikaldominanz. Das bedeutet, dass die Pflanze ihre gesamte Energie auf die äußeren Spitzen der Äste konzentriert und die Seitentriebe unterdrückt. Das führt normalerweise zum Höhenwachstum eines Baumes. Die Apikaldominanz hat jedoch die Folge, dass die inneren und unteren Zweige mit der Zeit absterben, wohingegen die oberen Äste sich prächtig entwickeln. Mit dem Beschneiden der Spitzen bremst man das Höhenwachstum und regt den Baum an, sich auf die inneren, tiefer gelegenen Triebe zu fokussieren. So kann man den Bonsai gestalten.

 

Der Erhaltungsschnitt (Formschnitt):

Der Erhaltungsschnitt dient zur Erhaltung und Verdichtung des Bonsais. Dabei entfernt regelmäßig die Spitzen, um der Apikaldominanz entgegen zu wirken.

Wann? 

Der Erhaltungsschnitt kann während der gesamten Wachstumsaison (Frühling bis Herbst) durchgeführt werden.

Wie?

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Zange und Schere, 10,00€

Zum Beschneiden benutzt man am besten eine Schere oder eine Zange. Beschnitten wird nur der Neuaustrieb. Durch regelmäßiges Beschneiden wird der Bonsai zum Wachstum angeregt und die Verzweigung der Äste verfeinert sich. Achtung! Nadelbäume beschneidet man jedoch niemals mit einer Schere , da dies sonst braune Stellen hinterlässt oder sogar ganze Äste absterben könnten. Besser zupft man die neuen Triebe ab. Dazu hält man diesen zwischen Daumen und Zeigefinger fest und zieht vorsichtig, bis der Trieb an der schwächsten Stelle bricht.

 

Der Gestaltungsschnitt:

Damit den Bonsai gestalten kann, müssen am Anfang oft große Äste weggeschnitten werden. Mit der Auswahl der Äste bestimmt man das spätere Aussehen des Baumes.

Wann? 

Am besten führt man den Gestaltungsschnitt vor der Wachstumsperiode durch, also im Spätherbst oder im frühen Frühjahr.

Wie? 

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Kokavzange, 29,95€

Zunächst stellt man den Baum auf Augenhöhe auf und entfernt alle toten Teile, dürre Zweige und vertrockneten Blätter. Dann sollte man den Baum kurz betrachten, bevor man entscheidet welche Äste bleiben dürfen. Bei der Gestaltung sind einige Regeln zu beachten, aber größtenteils kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Am besten überlegt man sich, wie der Baum aussieht, nach dem er weiter gewachsen ist, wenn man diesen oder jenen Ast wegschneidet. Durch den Schnitt kann man seinen Bonsai gestalten und deren Form festlegen.

 

Grundregeln:

Bonsai gestalten mit Wundverschlusspaste
Wundverschlusspaste, 15,90€
  • Wenn zwei Äste auf der gleichen Höhe aus dem Stamm entspringen, entfernt man einen
  • Senkrechte Äste, die zu stark sind um sie zu biegen, schneidet man weg
  • Äste mit unnatürlichen Kurven und Drehungen werden entfernt
  • Unverhältnismäßig dicke Äste in der Baumkrone sollten abgeschnitten werden,da die Zweige im unteren Bereich dicker sein sollten (sieht natürlicher aus)

Jeder große Schnitt hinterlässt Narben. Um diese zu minimieren benutzt man bei dickeren Ästen eine sogenannte Konkavzange. Diese hinterlässt nach dem Schnitt nur eine leichte Vertiefung, die ein unauffälliges Zuwachsen der Wunde ermöglicht. Außerdem versiegelt man bei jedem dickeren Ast den man abschneidet mit Wundverschlusspaste.


 

Drahten & Biegen

Das Drahten ist unverzichtbar, wenn man seinen Bonsai gestalten möchte. In dem man Draht um die Äste wickelt, kann man sie biegen und neu positionieren. Es dauert mehrere Monate bis sie in ihrer Form stabil sind und der Draht wieder entfernt werden kann.

Wann?

Die meisten Baumarten können das ganze Jahr über verdrahtet werden. Allerdings verdicken sich während der Wachstumssaision die Äste relativ schnell. Man muss also regelmäßig kontrollieren, ob der Draht in die Äste einschneidet, sonst hat man am Ende hässliche Narben.

Welches Material? 

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Mit Draht bestimmt man die Gestalt des Bonsai

Es gibt zwei verschiedene Arten von Bonsaidraht: Aluminiumdraht und Kupferdraht. Aluminumdraht ist jedoch leichter zu verarbeiten. Den Draht gibt es in verschiedenen Stärken von 1 bis 8 mm. Man benutzt je nach Dicke des Stammes bzW. des Astes unterschiedlichen Draht. Wenn man die Stärken 1mm, 1,5mm, 2,5mm, und 4mm kauft, ist man für den Anfang gut ausgestattet. In unserem Shop finden Sie vorgefertigte Sets und alle sonstigen Drahtstärken.  Bei dicke Ästen ist es sinnvoll diese mit Raffiabast zu umwickeln, damit man sie beim Biegen nicht beschädigt.

Wie?

Zwei Äste ähnlicher Dicke, die nah beieinander entspringen, drahtet man mit einem Stück. Wenn alle passenden Astpaare verdrahtet sind, kümmert man sich um die rechtlichen einzelnen Zweige. Vor dem Biegen müssen alle Äste gedrahtet sein! Wenn man einen gesamten Baum drahtet, beginnt man am Stamm, arbeitet sich dann durch die Hauptäste durch, bis am Ende die Zweige dran kommen. Die Drahtstärke sollte immer ein Drittel der Astdicke betragen. Bei kleineren Zweigen nutzt man dünneren Draht. Dazu windet man diesen ein bis zweimal parallel zum vorläufigen Draht um den Ast und drahtet dann den kleineren Zweig.
 

Zwei Äste drahten:

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Der Draht wird in einem 45 Winkel um die Zweige gewunden.

Zunächst sucht man sich geeignete Äste aus. Diese sollten annähernd ähnlich dick sein und nahe beieinander am Baum entspringen. Dann schneidet man den Draht ab. Diesen windet man dann zunächst ein bis zwei Mal um den Stamm damit sich, beim Biegen der andere Ast sich nicht mit verschiebt. Den Draht führt man dann weiter zum ersten Ast. Es sollte darauf geachtet werden, dass man den Draht immer in einem 45° Winkel windet. So beeinträchtigt man das Dickenwachstum am wenigsten. Wenn die Äste nach unten gebogen werden sollen, muss der Draht auch von unten her geführt werden. Der Draht wird von oben her geführt, wenn die Äste nach oben gebogen werden sollen.
 

Einzelne Äste drahten:

Einzelne Äste drahten läuft ähnlich ab wie zwei Äste drahten. Zunächst schneidet man die richtige Länge an Draht ab und beginnt damit diesen zweimal im 45° Winkel um den Stamm zu winden. Wenn mehrere Drähte an der selben Stelle liegen, sollte der Draht ordentlich parallel verlaufen. Dann drahtet man den restlichen Ast.
 

Biegen der gedrahteten Äste:

Wenn der ganze Baum verdrahtet ist, beginnt man die Äste zu biegen und zu positionieren. Dazu hält man mit den Händen an der Außenseite der Biegung dagegen und mit dem Daumen biegt man den Ast vorsichtig auf der Innenseite. So reduziert man die Bruchgefahr an der Außenseite. Wenn ein Ast in Position ist, sollte man sofort aufhören. Wiederholtes Biegen kann nämlich die Äste beschädigen. Gerade Teile der Äste biegt man ein bisschen nach unten, damit sie natürlicher aussehen. Wenn besonders dicke Äste nach unten gebogen werden sollen, wird Spanndraht genutzt. Dafür schützt die zu biegende Stelle zunächst mit etwas Raffiabast , dann legt man den Draht in einer Schlinge um den Ast und eine weitere Schlinge befestigt man an den Wurzeln oder an der Schale. Ein dünner Draht verbindet dann die Schlingen und wird so weit gezogen bis die gewünschte Biegung erreicht ist. Durch Biegen kann man seinen Bonsai gestalten und die Form verändern.
 

Nachsorge:

Den Baum stellt man nach dem Drahten erst einmal in den Schatten und gedüngt ihn ausgiebig. Während der Wachstumssaision muss man den Bonsai aufmerksam beobachten. Dann entfernt man den Draht rechtzeitig, bevor er in die Rinde einschneidet. Dazu schneidet man diesen an jeder Windung mit einer Zange auf . Den Draht sollte man nicht komplett abwinden oder ihn wieder verwenden, sonst beschädigt man den Baum.